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FAQ

Weiterbildung Allgemeinmedizin

Was sollte vor Vertragsabschluss unbedingt geklärt/bedacht werden?

Bearbeitungszeiten:
Bitte bedenken Sie, dass die gründliche Prüfung und Bearbeitung Ihrer Anträge z. B. auf Förderungen oder Anerkennungen von bereits geleisteten Weiterbildungen durch die Kassenärztliche Vereinigung oder die Landesärztekammer einen Zeitraum von ca. sechs bis acht Wochen beansprucht.

Weiterbildungsbefugnis:
Zunächst sollte geklärt werden, ob der Weiterbilder eine Weiterbildungsbefugnis hat. Dies gilt für alle Bereiche der Weiterbildung, also sowohl für die klinische Weiterbildung als auch für die Weiterbildung in einer Praxis! Sollte keine Weiterbildungsbefugnis vorliegen, so kann diese bei Erfüllung der geforderten Voraussetzungen bei der Landesärztekammer beantragt werden.


Ist eine Förderung der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin während der Klinikzeit möglich?

  • Ja, die Klinik kann bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft in Berlin Fördergelder für die Weiterbildung beantragen: bei Vollzeitbeschäftigung Innere Medizin 1.360 €/Monat, andere Gebiete, z.B. Chirurgie, 2.340 €/Monat.

Ist eine Förderung der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin während der Weiterbildung in der allgemeinmedizinischen Praxis möglich?

Ja, der Weiterbildungsbefugte der Praxis kann bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen die Förderung Allgemeinmedizin in Höhe von 4.800 €/Monat beantragen.

Die Sozialabgaben sind von der anstellenden Praxis, entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen, zu tragen.

Sollte der Arzt in Weiterbildung länger erkranken, in Mutterschutz oder Elternzeit gehen, ruht die Förderung. Die Weiterbildungszeit verlängert sich entsprechend um diesen Zeitraum.


Weiterbildungskolleg Allgemeinmedizin

Es ist sinnvoll, das von den allgemeinmedizinischen Einrichtungen der Universitäten Frankfurt am Main und Marburg angebotene „Weiterbildungskolleg Allgemeinmedizin“ zu besuchen. Mit dem Arbeitgeber ist zu klären, in welcher Höhe die Kosten für eine Teilnahme an diesem Kolleg mit seinem Seminar- und Mentoringprogramm übernommen werden. Nähere Informationen zum Weiterbildungskolleg finden Sie hier über den Link zu den Kompetenzzentren Weiterbildung Allgemeinmedizin.


Anerkennung bereits geleisteter Zeiten

Mit der Landesärztekammer Hessen kann durch die Beantragung einer Vorwegentscheidung geklärt werden, ob bereits abgeleistete Zeiten, z. B. in einer Klinik, als Weiterbildungszeit anerkannt werden. Hierzu bitte eine Kopie des Anstellungsvertrages und der beglaubigten Zeugnisse über die geleisteten Tätigkeiten an die LÄKH schicken. Die Kammer prüft eingehend  die eingereichten Anträge, dies dauert in der Regel sechs bis acht Wochen.


Benötige ich einen Vorwegentscheid, wenn ich direkt nach meiner Approbation den ambulanten Weiterbildungsabschnitt ableisten möchte?

Nein, da zwischen Approbation und Beginn des ambulanten Weiterbildungsabschnittes keine Zeiten abgeleistet wurden, die als Weiterbildungszeit anerkannt werden.


Muss ich 36 Monate Innere Medizin komplett im Stationsdienst ableisten?

Nein, denn nach der Satzungsänderung zum 01.07.2011 können im Abschnitt „36 Monate in der stationären internistischen Patientenversorgung (Basisweiterbildung) im Gebiet Innere Medizin“ bis zu 18 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung (auch 3 Monats-Abschnitte) angerechnet werden, die auch im ambulanten Bereich ableistbar sind. Sämtliche Gebiete der unmittelbaren Patientenversorgung finden Sie im Abschnitt A Paragraphenteil der Weiterbildungsordnung vom 01.11.2005 Seite 3 § 2a  Begriffsbestimmungen Abs. (7).


Kann ich einen Teil meiner 24 monatigen ambulanten hausärztlichen Versorgung auch in anderen Fachgebieten absolvieren?

Ja, bis zu  sechs Monate (auch 3 Monats-Abschnitte) Chirurgie oder Kinder- und  Jugendmedizin oder Innere Medizin können im ambulanten Bereich durchgeführt werden. Optimal für die Lernkurve sind Abschnitte von sechs Monaten. Andere Gebiete wie z.B. Anästhesie, Psychotherapie, Urologie etc. sind in diesem Abschnitt nicht anrechenbar.


Darf ich als Arzt in Weiterbildung sämtliche Formulare, also nicht nur Privatrezepte, sondern auch Kassenrezepte, Überweisungen, AU-Bescheinigungen, Einweisungen etc. unterschreiben?

  • Ja, ein Arzt in Weiterbildung darf Kassenvordrucke unterschreiben (§ 35 Abs. 2 BMV-Ä).

  • Der Arzt in Weiterbildung muss vor seinem Namen im Auftrag (i.A.) angeben und verwendet die LANR und den Vertragsarztstempel des Vertragsarztes. Vorname, Name und Berufsbezeichnung (Arzt in Weiterbildung) des Arztes in Weiterbildung werden ergänzt. 

  • Der Weiterbilder haftet für seinen Arzt in Weiterbildung.

  • Besonderheit  bei Betäubungsmittelrezepten: Betäubungsmittelrezepte werden personenbezogen (arztbezogen) ausgegeben und sind nur zur jeweils eigenen (persönlichen) Verwendung bestimmt. Sie dürfen nur bei Krankheit, Urlaub oder anderweitiger Verhinderung auf einen anderen Berechtigten übertragen werden, der bei der Ausfertigung einer Verschreibung vor seinen Namen dem Vermerk in Vertretung (i.V.) angeben muss (§ 5 Abs. 3 Satz 2 BtMVV).

Was beinhaltet die 80-stündige Kursweiterbildung in Psychosomatischer Grundversorgung?

Die Kursweiterbildung Psychosomatische Grundversorgung setzt sich gemäß § 4  Abs. 8 der Weiterbildungsordnung wie folgt zusammen:

  • 30 Stunden Balintgruppenarbeit
  • 30 Stunden verbale Interventionstechniken und
  • 20 Stunden Theorie

Wo kann ich die Kursweiterbildung Psychosomatische Grundversorgung absolvieren?

Die Weiterbildung kann an der Akademie der Landesärztekammer Hessen in Bad Nauheim absolviert werden. Nähere Informationen finden Sie bei der Landesärztekammer Hessen, Akademie für Ärztliche Fort-  und Weiterbildung.

Weitere kommerzielle Anbieter finden Sie im Internet.


Wann und wo kann ich mich zur Facharztprüfung anmelden?

Sie können sich zum Ende Ihrer Weiterbildungszeit bei der Landesärztekammer zur Facharztprüfung anmelden. Die Prüfung selbst ist erst nach Abschluss der kompletten Weiterbildungszeit durchführbar.
  
Bitte bedenken Sie auch hier, dass die gründliche Prüfung und Bearbeitung Ihrer Unterlagen durch die Landesärztekammer einen Zeitraum von ca. sechs bis acht Wochen beansprucht.


Muss die stationäre internistische Patientenversorgung vor der ambulanten hausärztlichen Versorgung abgeleistet werden?

Die Einhaltung der Reihenfolge stationär vor ambulant ist nicht mehr zwingend, wird jedoch empfohlen.


Unter welchen Voraussetzungen kann eine finanzielle Förderung erfolgen?

Die finanzielle Förderung eines Weiterbildungsverhältnisses unterliegt der Genehmigungspflicht durch die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH). Die Förderung wird auf Antrag des Praxisinhabers gewährt, der in seiner Praxis eine Stelle zur Weiterbildung in der Allgemeinmedizin vorhält und die Besetzung dieser Stelle mit einem geeigneten Bewerber nachweist. Der Antrag ist für den Praxisinhaber bei der KVH zu stellen.     
       
Folgende Angaben bzw. Nachweise sind dem formlosen Antrag beizufügen

  • Angabe über die voraussichtliche Dauer des Weiterbildungsabschnittes in der Praxis des Antragstellers

  • Beschäftigungsumfang

  • Nachweis über die von der Ärztekammer ausgestellte Weiterbildungsbefugnis des Praxisinhabers für die Allgemeinmedizin oder für die Weiterbildung in auf die Allgemeinmedizin anrechnungsfähigen Fächern

  • Die deutsche Approbation des Arztes in Weiterbildung

  • Eine Kopie des Personalausweises des Arztes in Weiterbildung

  • Die Bestätigung der zuständigen Ärztekammer, aus welcher ersichtlich wird, welche Weiterbildungszeiten in der Allgemeinmedizin der Bewerber noch abzuleisten hat (Vorwegentscheidung). Ansprechpartnerin bei der Landesärztekammer Hessen ist Frau Diehm. Sie ist unter der Telefonnummer (0 69) 97 67 21 80 zu erreichen.


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