Möglicher Ablauf der Weiterbildung Allgemeinmedizin.

Die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin umfasst fünf Jahre, die sich in einen stationären und einen ambulanten Abschnitt unterteilen.

Weiterbildungsbefugnis

Zunächst sollte geklärt werden, ob der Weiterbilder, bei dem Sie Ihre Weiterbildung absolvieren möchten, eine Weiterbildungsbefugnis hat. Dies gilt für alle Bereiche der Weiterbildung, also sowohl für die klinische Weiterbildung als auch für die Weiterbildung in einer Praxis. Liegt keine Weiterbildungsbefugnis vor, kann die Praxis die Befugnis bei der Landesärztekammer Hessen beantragen, wenn Sie die geforderten Voraussetzungen erfüllt.

Bearbeitungszeiten: Bitte bedenken Sie, dass die gründliche Prüfung und Bearbeitung Ihrer Anträge zum Beispiel auf Förderungen oder Anerkennungen von bereits geleisteten Weiterbildungen durch die Kassenärztliche Vereinigung oder die Landesärztekammer einen Zeitraum von circa sechs bis acht Wochen beansprucht.

Ja, die Klinik kann bei der Deutschen Krankenhausgesellschaft in Berlin Fördergelder für die Weiterbildung beantragen: bei Vollzeitbeschäftigung Innere Medizin 1.360 Euro/Monat, andere Gebiete, zum Beispiel Chirurgie, 2.340 Euro/Monat.

Ja, der Weiterbildungsbefugte der Praxis kann bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) die Förderung Allgemeinmedizin in Höhe von 4.800 Euro/Monat beantragen.

Die Sozialabgaben sind von der anstellenden Praxis, entsprechend der gesetzlichen Bestimmungen, zu tragen.

Sollte der Arzt in Weiterbildung länger erkranken, in Mutterschutz oder Elternzeit gehen, ruht die Förderung. Die Weiterbildungszeit verlängert sich entsprechend um diesen Zeitraum.

Das strukturierte Weiterbildungskolleg Allgemeinmedizin der Kompetenzzentren Weiterbildung Allgemeinmedizin Hessen an den Universitäten Frankfurt am Main und Marburg ergänzt die klinisch-praktische Weiterbildung durch ein attraktives Seminar- und Mentoringprogramm.

Für ÄiW ist es sinnvoll, das Weiterbildungskolleg zu besuchen. Klären Sie mit Ihrem Weiterbilder, ob er Sie dafür freistellt und in welcher Höhe er die Kosten für eine Teilnahme übernimmt.

Bei der Landesärztekammer Hessen (LÄKH) können Sie eine Vorwegentscheidung beantragen. Dann wird geklärt, ob bereits abgeleistete Weiterbildungszeiten, etwa in einer Klinik, als Weiterbildungszeit anerkannt werden. Hierzu bitte eine Kopie des Anstellungsvertrages und der beglaubigten Zeugnisse über die geleisteten Tätigkeiten an die LÄKH schicken.

Die Kammer prüft die eingereichten Anträge, dies dauert in der Regel sechs bis acht Wochen.

Nein, da zwischen Approbation und Beginn des ambulanten Weiterbildungsabschnittes keine Zeiten abgeleistet wurden, die als Weiterbildungszeit anerkannt werden.

Den Vorwegentscheid beantragen Sie mit dem gleichen Antragsformular wie später die Anerkennung der Facharztbezeichnung. Auch das Merkblatt zum Antrag finden Sie auf der Homepage der Landesärztekammer Hessen.

Nein, denn nach der Satzungsänderung zum 01.07.2011 können im Abschnitt „36 Monate in der stationären internistischen Patientenversorgung (Basisweiterbildung) im Gebiet Innere Medizin“ bis zu 18 Monate in den Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung (auch 3 Monats-Abschnitte) angerechnet werden, die auch im ambulanten Bereich ableistbar sind.

Sämtliche Gebiete der unmittelbaren Patientenversorgung finden Sie im Abschnitt A Paragraphenteil der Weiterbildungsordnung vom 01.11.2005 Seite 3 § 2a  Begriffsbestimmungen Abs. (7).

Ja, bis zu sechs Monate (auch 3 Monats-Abschnitte) Chirurgie oder Kinder- und Jugendmedizin oder Innere Medizin können im ambulanten Bereich durchgeführt werden. Andere Gebiete wie zum Beispiel Anästhesie, Psychotherapie, Urologie und weitere sind in diesem Abschnitt nicht anrechenbar.

Optimal für die Lernkurve sind Abschnitte von sechs Monaten.

Nein, ein Arzt in Weiterbildung (AiW) darf Kassenvordrucke unterschreiben (§ 35 Abs. 2 BMV-Ä). Dazu muss er vor seinem Namen im Auftrag (i.A.) angeben und verwendet die LANR und den Vertragsarztstempel des Vertragsarztes. Vorname, Name und Berufsbezeichnung (Arzt in Weiterbildung) des AiW werden ergänzt. Der Weiterbilder haftet für seinen AiW.

Besonderheit: Betäubungsmittelrezepte werden personenbezogen (arztbezogen) ausgegeben und sind nur zur jeweils eigenen (persönlichen) Verwendung bestimmt. Sie dürfen nur bei Krankheit, Urlaub oder anderweitiger Verhinderung auf einen anderen Berechtigten wie einen AiW übertragen werden, der bei der Ausfertigung einer Verschreibung vor seinen Namen dem Vermerk in Vertretung (i.V.) angeben muss (§ 5 Abs. 3 Satz 2 BtMVV).

Die Kursweiterbildung Psychosomatische Grundversorgung setzt sich gemäß § 4 Abs. 8 der Weiterbildungsordnung wie folgt zusammen:

  • 30 Stunden Balintgruppenarbeit
  • 30 Stunden verbale Interventionstechniken und
  • 20 Stunden Theorie

Die Weiterbildung kann an der Akademie der Landesärztekammer Hessen in Bad Nauheim absolviert werden. Weitere kommerzielle Anbieter finden Sie im Internet.

Sie können sich zum Ende Ihrer Weiterbildungszeit bei der Landesärztekammer zur Facharztprüfung anmelden. Die Prüfung können Sie erst nach Abschluss der kompletten Weiterbildungszeit absolvieren.

Die gründliche Prüfung und Bearbeitung Ihrer Unterlagen durch die Landesärztekammer dauert circa sechs bis acht Wochen.

Stationäre internistische Patientenversorgung vor der ambulanten hausärztlichen Versorgung? Die Einhaltung der Reihenfolge stationär vor ambulant ist nicht mehr zwingend, wird jedoch empfohlen.

Prinzipiell ja, und zwar durch die Kassenärztliche Vereinigung Hessen (KVH). Den Antrag für die Förderung muss der Praxisinhaber stellen, der in seiner Praxis eine Stelle zur Weiterbildung in der Allgemeinmedizin vorhält und die Besetzung dieser Stelle mit einem geeigneten Bewerber nachweist.

Zentraler Ansprechpartner für Ärzte in Weiterbildung

Studenten der Humanmedizin müssen gegen Ende ihres Studiums die ersten Schritte für ihre zukünftige ärztliche Tätigkeit planen. Für Mediziner in Hessen, die sich auf Allgemeinmedizin spezialisieren und zum Beispiel als Hausarzt arbeiten möchten, ist die Koordinierungsstelle Weiterbildung Allgemeinmedizin da.

Sie berät Interessierte, Wiedereinsteiger und Umsteiger zu allen Fragen rund um die Weiterbildung Allgemeinmedizin, etwa im Leitfaden für Ärzte in Weiterbildung. Denn häufig fehlt es an detaillierten Informationen zu den verschiedenen Weiterbildungen. Grundlage bildet die Weiterbildungsordnung der Landesärztekammer Hessen (LÄKH). Interessante Informationen bietet auch die Junge Hessische Allgemeinmedizin (HESA).

Die Koordinierungsstelle

  • unterstützt Sie zum Beispiel mit der Jobbörse bis zur erfolgreichen Facharztprüfung und darüber hinaus.
  • kooperiert mit ausgewählten Weiterbildungsverbünden und vermittelt Sie hessenweit entsprechend Ihrer Präferenzen.
  • beantwortet alle Fragen rund um die Weiterbildung.
Kontakt aufnehmen

Ihre Downloads ()

Ihre gesammelten Downloads können Sie jetzt komfortabel mit einem Klick herunterladen.

Alle herunterladen